Sprengel Hanau - Reformierte und lutherische Christen lebten in Altenhaßlau, Bruchköbel, Hochstadt, Rodenbach und Steinau nebeneinander

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Dez 2018
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Tageslosung

Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde! Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen! Denn der HERR hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden.
Christus Jesus wurde für uns zur Weisheit durch Gott und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung.
Die Hanauer Union
Reformierte und lutherische Christen lebten in Altenhaßlau, Bruchköbel, Hochstadt, Rodenbach und Steinau nebeneinander

1736 wurde die Grafschaft Hanau-Münzenberg infolge eines Erbvertrages an Hessen angegliedert. In vielen Orten dieser Grafschaft lebten reformierte und lutherische Christen nebeneinander, so in Altenhaßlau, Bruchköbel, Hochstadt, Rodenbach und Steinau.

Für beide Bekenntnisse gab es auch in kleinen Dörfern eigene Kirchen, Schulen und Pfarrhäuser, in Hanau ein reformiertes und ein lutherisches Konsistorium. Nach anfänglichen Reibereien zwischen den beiden Bekenntnissen setzte sich der Gedanke der Toleranz immer stärker durch und führte 1818 zur Bildung einer "evangelisch- christlichen" Unionskirche, die auf eine Lehrunion verzichtete und als "Buchbinder-Union" in die Kirchengeschichte einging.

Man ließ sich nämlich nicht auf lange Katechismusstreitereien ein, sondern führte den Heidelberger und Luthers Kleinen Katechismus, gemeinsam abgedruckt, als gültigen Katechismus ein.

Luther und Calvin in der Schlosskirche Meerholz bei Gelnhausen

hanauer unionEs finden sich auch Dokumente der Überwindung der konfessionellen Spaltung. Dazu gehören beispielsweise die beiden Figuren in der - ursprünglich calvinistischen - Schlosskirche in Meerholz vom Anfang des 20. Jahrhunderts: In einer Altarwand stehen links und rechts von der Kanzel die Figuren Luthers und Calvins und nehmen den Prediger in die Mitte.

Bedingt durch die Zugehörigkeit zum ehemaligen Fürstbistum Fulda und zu Teilen des Fürstbistums Würzburg ist etwa die Hälfte der Bevölkerung in Meerholz allerdings katholisch.

Union auch im Fürstentum Waldeck

1821 wurde eine ähnliche Union im Fürstentum Waldeck eingeführt, wohl ebenfalls unter dem Eindruck des Reformationsjubiläums von 1817.