THEO denkt LOGISCH! THEA auch!

Der 500. Reformationstag!

Am 31. Oktober ist Reformationstag. In diesem Jahr ist er in ganz Deutschland ein gesetzlicher Feiertag. Deutschland feiert das 500jährige Jubiläum der Reformation!

Weiterlesen ...

Ist schon Ostern?

Einfach mal gute Nachrichten sprechen lassen, das wollte ich gerne in diesen Gedanken. Schließlich steht Ostern vor der Tür. Ich habe mir Mühe gegeben: in den Internetsuchmaschinen „gute Nachrichten“...

Weiterlesen ...

Karfreitag - Ein Feiertag ohne Remmidemmi

An Karfreitag erinnern sich die Christen in aller Welt an ein trauriges Ereignis: die Kreuzigung Jesu. Warum ist das trotzdem ein Grund zum Feiern?

Weiterlesen ...

Minus mal Minus gibt Plus

So habe ich das früher in der Schule mal gelernt und es ging mir in dieser Woche durch den Kopf. Relativ sprachlos macht ja der aggressive Wahlkampf des türkischen Präsidenten Tayyip Erdogan.

Weiterlesen ...

Etwas Heißes im Advent

„Nicht alles wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird!“ Mit diesen Worten trösteten sich viele Menschen nach der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA. Und in der Tat:

Weiterlesen ...

Tageslosung

Der HERR segne dich und behüte dich.
Segnet, weil ihr dazu berufen seid, auf dass ihr Segen erbt.
... und die Welt steht still
Letzte Lieder & Geschichten am Lebensende
  • 23102017-letzte-lieder-web
  • 13102018-die-welt-steht-still-web

Das Projekt „Letzte Lieder und Geschichten“ rückt den Tod, das Sterben und das Leben am Lebensende in den Mittelpunkt. Der Initiator des Projekts, Stefan Weiller, hat Gespräche mit todkranken Menschen in Hospizen oder zu Hause geführt. Seine Eingangsfrage lautet: „Welche Musik ist Ihnen kostbar und welche Erinnerung verbinden Sie damit?“ Aus Gedächtnisprotokollen schreibt er Texte für Aufführungen, die unter anderem aus Musik und Lesungen der Texte bestehen. Im Zentrum des Projekts steht die Frage nach Lebensqualität, die in jeder Lebensphase möglich ist. Information: www.und-die-welt-steht-still.de  - Bitte vormerken: Samstag, 13. Oktober 2018 in Hanau

Samstag, 13. Oktober 2018, 19.00 Uhr - Vereinte Martin Luther + Althanauer Hospital Stiftung Hanau, Ambulanter Hospizdienst Hanau

Ein Projekt von Stefan Weiller (Konzept, Text, Gesamtleitung) mit Christoph Maria Herbst (Sprecher), Birgitta Assheuer (Sprecherin), Ralf Sach, Klavier, Orgel, musikalische Gesamtleitung - Solisten: Christina Schmid, Sopran, Mareike Bender, Mezzosopran, Monica Rincon, Harfe, Heike Wagner, Orgel, Lars Kessner (Musikberatung/Chor)

Die Letzten Lieder bringen manche Fragen mit sich. Aus Begegnungen mit Journalisten stelle ich auf dieser Seite einige Fragen und Antworten aus Begegnungen zusammen, die Journalisten dabei helfen können, das Projekt noch besser zu verstehen.

Der Autor Stefan Weiller konzipiert seit 2009 Kunstprojekte, die soziale, gesellschaftspolitische Themen in neue Ausdrucksformen bringen.

In seinen choreografierten Theater- und Konzertprojekten greift Weiller existenzielle Grenzerfahrungen auf, die Menschen in extremen Lebenssituationen machen mussten. Wohnungslosigkeit, häusliche Gewalt, Armut, Diskriminierung – so lauten einige Themen, die Weiller für jedes Projekt neu recherchiert und künstlerisch verarbeitet. Der Autor Stefan Weiller wird damit zum Porträtisten und Biografen von Menschen am Rand der Gesellschaft. Der literarischen Qualität der Texte kommt dabei große Bedeutung zu.

Weiller will aber mehr als Kunst: mit seinen Projekten will er aufmerksam machen, Redetabus durchbrechen, zum Nachdenken anregen, verändern.

Bekannte Schauspieler und Sprecher arbeiten immer wieder in Weillers Projekten mit.

Stefan Weiller erzählt von den Entstehungsphasen des Projekts Juli 2015

In diesem Monat wurde ich wieder einmal bei Interviews für das Projekt Letzte Lieder von einer Journalistin begleitet. Was ich an Begegnungen mit Journalisten unter anderem so schätze finde, sind die kritischen Fragen, die noch lange in mir nachklingen. Oder die Denkanstöße, die mir dabei helfen, das Projekt noch besser kennenzulernen - obwohl es mein eigenes Projekt ist, entdecke ich im Dialog immer neue Facetten.

Es beschäftigt mich die Frage der Journalistin nach meinem Selbstbild und meinem Selbstverständnis. Als was sehe ich mich? Was will ich mit dem Projekt erreichen?

Ich probiere eine Antwort: Wie jeder Autor, will ich gute, packende Geschichten erzählen. Gut recherchierte, berührende, echte, gut geschriebene Geschichten. Wenn es mir zudem noch gelänge, Menschen einen neuen Gedanken, eine Frage für ihr Leben und Sterben mitzugeben, dann wäre das wunderbar. Aber ob ich das schaffe und was ich schaffe, das müssen andere beantworten. Da ich die Arbeit von Hospizen und Hospizdiensten so wertvoll finde, freut es mich, wenn meine Arbeit für die beteiligten Hospize zu Spenden führt.

Aber die Letzten Lieder sind für mich weit mehr als ein von einem Benefizgedanken geleitetes Projekt. Es stecken so tiefe, leichte, schöne, bittere, dunkle, strahlende, kluge, bewegende Erfahrungen, Geschichten und Lieder darin, dass ich daran glaube, jeder Besucher der Abende wird etwas mitnehmen können. Das fände ich wunderbar! Dass die Letzten Lieder an jedem Ort ihre Gestalt wandeln, finde ich absolut faszinierend.

Die durchdachte, geplante, anspruchsvolle Verbindung aus Geschichten und Musik und Bildern und Tanz und vielen Dingen mehr, macht das Projekt "und die Welt steht still... Letzte Lieder und Geschichten" zu einem Gesamtkunstwerk, hinter dem ich stehe und stecke. Insofern nehme ich die Zuschreibung "Künstler" an, so sie mir verliehen wird.

Manchmal scheinen Journalisten, die bei Interviews dabei sind, verwundert über die Lockerheit der Gespräche und staunen über die Tatsache, dass ich nicht viel intensivere Nachfrage über das Sterben und den Tod stelle. Aber ich lasse die Menschen, die mich einladen, über die Inhalte des Gesprächs entscheiden.

Keine Begegnung im Projekt Letzte Lieder ist repräsentativ für eine andere. Gemeinsam ist allen nur das Wissen um die nahe Endlichkeit des Lebens. Aber jeder und jede geht anders damit um. Es gibt extrovertierte Menschen, die sich Geschichten zurechtlegten und mit Wucht, Humor und Offenheit viel von sich erzählen wollen. Lebens- und Zeitgeschichten.

Und es gibt Menschen, die laden mich für eine Plauderei ein. Wieder andere wagen es, mit mir über intensiv und direkt ihren Tod zu sprechen, ihre Angst, ihre Hoffnung, ihre Wut, ihre Trauer, ihre Konflikte und Zweifel. Ein Mann, den ich bislang immer nur in Begleitung seiner Frau antraf, lud mich nochmal mit der Bitte ein, mich alleine sprechen zu dürfen. Dann erzählte er mir, wie viel Disziplin ihm das Sterben abverlangt und was er für andere in dieser Situation tun möchte: er möchte es den anderen leicht machen. Das und vieles andere wollte er mir noch sagen und mitgeben für das Projekt und er nahm mir das Versprechen ab, dass er es anonym erzählen darf, damit seine Frau, die er über alles liebt, nicht belastet wird. Er hatte das Gefühl, bei der ersten Begegnung in seiner guten Laune nicht ganz aufrichtig gewesen zu sein. Und er wollte das Bild in einer weiteren Begegnung vervollständigen.

Es gibt auch Begegnungen, die auf den ersten Blick nicht sehr tiefgründig erscheinen, aber das ist die Qualität eines Projekts, das vom Leben in der letzten Lebensphase erzählt: Nicht jeder Satz muss ein starkes Bekenntnis sein, eine kluge Botschaft für die Welt, ein pathetisches "letztes Wort". Manchmal kann man auch übers Essen reden, übers Wetter, oder die Halbglatze von Prinz William. Es gibt auch in der Situation im Hospiz noch Alltag - und das tröstet mich, denn auch ich bin nicht den ganzen Tag meines Lebens philosophisch, tiefgründig - und muss es auch im Sterben nicht sein. Wie schön, wenn ich kantige, witzige, angriffslustige, eigentümliche, kuriose, zarte, einfach immer andere Individuen treffen darf, die mich durch ein Gespräch führen.

Es ist eine völlig andere Situation, ob ich Menschen alleine antreffe oder in journalistischer Begleitung. Auch ich agiere anders, wenn weitere Menschen im Zimmer sind. Aber immer bin ich nach besten Möglichkeiten respektvoll. Menschen, die oft nur noch Tage zur Verfügung haben, schenken dem Projekt freiwillig und bewusst Stunden ihrer Zeit - das ist eigentlich unglaublich! Ich bin darüber so dankbar!

Im Beisein der Medien - über deren Interesse ich mich sehr freue, denn damit tauschen sich Menschen zu den Themen aus, die ich im Projekt anbiete - reagieren die meisten Menschen, die ich kenne, anders; sie bleiben verhaltener, diskreter, ein wenig abwägender, weil sie wissen, dass ihre Worte im Moment dokumentiert werden. Deshalb schreibe ich nicht mit.

Es ist nicht zu vermeiden, dass man im Projekt auch mir begegnet, aber das ist in jeder anderen Arbeit eines Autors im Theater, bei einer Zeitung, in den Nachrichten auch nicht anders.

www.und-die-welt-steht-still.de

mid - eingestellt am 16.11.2017 - Die Genehmigung zur Veröffentichung auf www.kirchenkreis-hanau.de liegt dem mid vor.