Veranstaltungskalender Sprengel

Okt 2017
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THEO denkt LOGISCH! THEA auch!

Ist schon Ostern?

Einfach mal gute Nachrichten sprechen lassen, das wollte ich gerne in diesen Gedanken. Schließlich steht Ostern vor der Tür. Ich habe mir Mühe gegeben: in den Internetsuchmaschinen „gute Nachrichten“...

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Karfreitag - Ein Feiertag ohne Remmidemmi

An Karfreitag erinnern sich die Christen in aller Welt an ein trauriges Ereignis: die Kreuzigung Jesu. Warum ist das trotzdem ein Grund zum Feiern?

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Minus mal Minus gibt Plus

So habe ich das früher in der Schule mal gelernt und es ging mir in dieser Woche durch den Kopf. Relativ sprachlos macht ja der aggressive Wahlkampf des türkischen Präsidenten Tayyip Erdogan.

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Etwas Heißes im Advent

„Nicht alles wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird!“ Mit diesen Worten trösteten sich viele Menschen nach der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA. Und in der Tat:

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Wo ist der liebende Gott?

Die Welt ist aus den Angeln gehoben. Die quälende Frage eines Martin Luthers nach dem liebenden Gott, dem Gott der gnädig ist mit uns Menschen, diese Frage stellen Menschen heute in ganz anderer Weis...

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Tageslosung

19. Sonntag nach Trinitatis
Mach dich auf und handle! Und der HERR möge mit dir sein!
Simon Petrus sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen.
Die Reformation in Hessen
Philipp Adam Krafft - ein Reformator wirkt in Fulda

Den Höhepunkt der hessischen Geschichte mit beinahe weltgeschichtlicher Bedeutung stellt die Regierung Philipp des Großmütigen (1518 - 1567) dar. Er erwärmte sich bereits als Zwanzigjähriger (1524) für die Sache der Reformation, berief 1525 Adam Krafft zum evangelischen Hofprediger, ...

adam kraft a... ließ beim Reichstag in Speyer (1526) sein Gefolge mit Armbinden auftreten, die mit ihren lateinischen Abkürzungen VDMIE ("verbum die manet in aeternum") ein Wort aus dem 1. Petrusbrief (1, 25) andeuten: "Das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit". Bereits in den Jahren von 1522 bis 1524 kamen die reformatorischen Gedanken durch Adam Kraft nach Fulda, wurden aber durch gegenreformatorische Bestrebungen unterdrückt.

Im Jahr 1526 versammelten sich im Oktober in der Kirche von Homberg/Efze die Stände des Landes, um eine Reformationsordnung zu diskutieren. Sie war so modern (Gleichsetzung von Kirche und Gemeinde, Verwirklichung des Priestertums aller Gläubigen) und auch so gesetzlich ( Kirchenzucht, Möglichkeit der Exkommunikation), dass Martin Luther riet, die Einführung der Ordnung aufzuschieben, bis die Christen in Hessen reif genug seien für eine solche Zuchtgemeinschaft ("Die leute sind nicht darnach geschickt"): "Denn ich wol weis, habs auch wol erfaren, das, wenn gesetze zu frue für dem brauch und ubunge gestellet werden, sellten wol geraten" (Luther an Landgraf Philipp am 7. Januar 1527).

Aufgrund dieses Briefes wurde die Ordnung nicht veröffentlicht. Stattdessen traten einige Teilordnungen in Kraft: - Die Klosterreform (1527) machte durch die Aufhebung von über 50 Klöstern Mittel in - nach heutigem Geldwert - Millionenhöhe frei; sie wurden verwendet für die Versorgung der unverheirateten Töchter des hessischen Adels (Kaufungen und Wetter), für die Einrichtung und Unterhaltung von Stadthospitälern (z. B. in Hofgeismar) und der Landeshospitäler für Sieche, Blinde und Geisteskranke in den bisherigen Klöstern Haina und Merxhausen (bis heute psychiatrische Krankenhäuser).

Außerdem wurden mit diesen Mitteln Schulen und Pfarreien und vor allem in Marburg die erste protestantische Universität der Welt gegründet. - Die Stipendiatenordnung (1529) ermöglichte jedem hessischen Bürger mit entsprechender Vorbildung, mit staatlichen Mitteln aus dem Klostervermögen in Marburg zu studieren "zu uffzyhung gelärter gottseliger und verstendiger leute und prediger". Auch diese Einrichtung der Hessischen Stipendiatenanstalt, zu deren Erhaltung und Förderung Philipp die hessischen Städte mitverpfichtete, überstand bis heute den Sturm der Jahrhunderte.

Die Kastenordnungen (1530 und 1533) schränkten die Verwendung kirchlicher Gelder ein auf die Besoldung der Pfarrer und Schulmeister sowie die Unterstützung von Armen und Kranken, sofern sie würdig sind (Ausübung von Kirchenzucht!).

Diese "Kirchenkasse" wird von Pfarrer und Kastenmeister verwaltet. - Die Kirchendienerordnungen (1531 und 1537) prägten unter anderem das Amt des Superintendenten und bauten dessen Kompetenz weiter aus. Die sechs hessischen Superintendenten (in Marburg, Kassel, Alsfeld, Rotenburg, Darmstadt und St. Goar) leiteten in ihrem Gebiet die Kirche (Visitation der Gemeinde). Das höchste, die Superintendenturen verbindende Organ war die Synode, in der die "gelertesten und geschicktesten pfarhern" mit den Superintendenten jährlich zusammenkamen.

Die Gottesdienstordnung wurde 1532 als erste Ordnung der neu eingesetzten Superintendenten auf der Homberger Synode erlassen. Sie enthielt keine liturgischen Gottesdienstordnungen, aber genaue Angaben zur Feiertagsheiligung (bei Strafe muss man sich " fressens und saufens, spilens und unnutzes mussig gangs" enthalten) und zu Fragen der Kirchenzucht (Bann für Verächter des Wortes Gottes, Abendmahlsverhör und Katechismusprüfung für alle Abendmahlsgäste; Beichtfeier am Samstagabend); außerdem werden behandelt: Wochengottesdienste, Kindertaufe (Verbot der Haustaufe), Eheschließung und Hochzeitsfeier (die Brautleute sollen den Armen in der Gemeinde etwas zum Essen und Trinken schicken "und also Christum uf die hochzeit laden"), Krankenbesuche der Pfarrer.

Interessant ist die Zusammenstellung der Feiertage: Neben den Sonntagen und großen Festen (Weihnachten, Ostern und Pfingsten) werden nämlich genannt: Christi Beschneidung (l. Januar) und Himmelfahrt, Epiphanias ( 6. 1.) sowie drei Marienfeste ( Mariä Reinigung am 2. 2.; Mariä Verkündigung am 25.3. und Mariä Heimsuchung am 2. 7.). An den Tagen der Apostel Matthias (24.2.), Jakobus (25. 7.), Andreas (30. 11.), am Tag von Petri Kettenfeier (l. 8.), der Bekehrung des Paulus (25. 1.), der Geburt Johannes des Täufers (24.6.) und seiner Enthauptung (29. 8.) und am Fest der Maria Magdalena (22. 7.) soll "wegen der schönen Evangelien und Geschichten" vormittags Gottesdienst gehalten, nachmittags aber gearbeitet werden.

 

Bedeutung der Reformation Philipps

adam kraft bDiese Ordnungen konnte Philipp als Fürst einer nun endlich selbstständigen Landeskirche einführen; denn das Mainzer Erzstift hatte am 11. Juni 1528 im Vertrag von Hitzkirchen endgültig auf die geistliche Gerichtsbarkeit über Hessen verzichtet. Damit war das jahrhundertelange Tauziehen um die Oberherrschaft in Hessen beendet worden. Philipps Weitblick in politischen und kirchlichen Fragen bewährte sich immer wieder: - Vom 1. bis 4. Oktober 1529 brachte er die unterschiedlichen theologischen Gruppen des evangelischen Lagers zum Religionsgespräch in Marburg zusammen, das zu " einer gütlichen Vergleichung und zu allem Guten" führen sollte. Neben Ratsherren, Pfarrern und dem Wartburgkommandanten Eberhart von der Tann fanden sich in Marburg ein die Reformatoren Martin Luther, Justus Jonas und Philipp Melanchthon aus Wittenberg, Andreas Osiander aus Nürnberg, Stephan Agricola aus Augsburg und Johannes Brenz aus Schwäbisch Hall. Die dritte Gruppe kam mit Johannes Oekolampad aus Basel, Ulrich Zwingli aus Zürich sowie Martin Bucer und Caspar Hedio aus Straßburg. In 14 Artikeln über wichtige Lehrstücke wurde zwischen " lutherischen" und " reformierten" Theologen Übereinstimmung erzielt. Im 15. Artikel "Vom Abendmahl" wurde die scharfe gegenseitige Ablehnung zumindest gemindert: " zwar konnten wir uns darüber, ob der wahre Leib und das wahre Blut Christi wirklich in Brot und Wein gegenwärtig sind, zu dieser Zeit nicht einigen. Aber dennoch soll jede Partei gegenüber der anderen, soweit es immer das Gewissen zulässt, christliche Liebe erzeigen. Beide Parteien sollen Gott, den Allmächtigen unablässig bitten, dass er uns durch seinen Geist die rechte Einsicht geben möge. Amen. " - Auf dem Augsburger Reichstag (1530) unterschrieb Philipp wegen des Abendmahlsartikels nur unter Vorbehalt das Augsburger Bekenntnis und griff damit bereits der späteren abgemilderten Fassung Melanchthons von 1540 voraus. - Den Schmalkaldischen Bund (1530), als Verteidigungsbündnis geschlossen, baute Philipp mit Tatkraft und Umsicht zum Sammelpunkt der Protestanten aus. Es gelang ihm, seinen Vetter, Herzog Ulrich von Württemberg, mit Waffengewalt in dessen Land zurückzufüh ren, aus dem ihn der Schwäbische Bund vertrieben hatte. - In der Behandlung der Wiedertäufer ging Philipp eigene Wege. Diese Christen forderten die Erwachsenentaufe als Bekenntnistaufe, verbunden mit einem Leben nach den Grundsätzen der Bergpredigt (Eidesverweigerung, Ablehnung des Kriegsdienstes) . Während sie in anderen Ländern verfolgt und hingerichtet wurden, forderte Philipp die geistige Überwindung der Irrenden, mit denen er persönlich diskutierte. Außerdem rief er 1538 Martin Bucer nach Hessen. Unter dem Eindruck seiner langen Gespräche mit den Täufern versuchte Bucer, ihre berechtigte Forderung nach einer Zucht, die dem Wesen der Kirche entspricht, zu verwirklichen. In der "Ordnung der christlichen Kirchenzucht" (Ziegenhainer Zuchtordnung) und in der "Ordnung der Kirchenübung für die Kirchen zu Kassel" (Kasseler Kirchenordnung), beide 1539 entstanden, löste Bucer die Ausübung der Kirchenzucht aus den Polizeiordnungen heraus und überließ sie den Kirchengemeinden. So entstand das Amt des gewählten Kirchenältesten / Kirchenvorstehers. Um die Gemeinde wahrer Christen bilden und bestätigen zu können, führte Bucer den Bann ( = Ausschluss aus der Abendmahlsgemeinschaft, der bei Reue aufgehoben werden kann) und die Kon rmation ein, die nach vorherigem Unterricht (Grundlage: Kasseler Katechismus von 1539) zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten gefeiert wird. In ihrem Mittelpunkt steht das Glaubensbekenntnis, das jeder Konfirmand einzeln sprechen muss, sowie ein Bekenntnis des Gehorsams. Danach wird unter Handauflegung um die Kraft des Heiligen Geistes gebetet mit der bis heute verwendeten Formel: "Nimm hin den Heiligen Geist, Schutz und Schirm vor allem Argen, Stärke und Hilfe zu allem Guten von der gnädigen Hand Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. "

So lassen sich deutlich Züge erkennen, die als wichtige Grundlagen für unseren heutigen Gemeindeaufbau angesehen werden müssen:
- Synodale Leitung ( allerdings hier nur durch Pfarrer) für die Gesamtkirche;
- - gewählte Kirchenälteste mit Verantwortung für die Kirchengemeinde;
- - gemeindliche Verantwortung für Seelsorge, religiöse Erziehung und Kirchenzucht.

 

Reformation in der Grafschaft Waldeck

Auch die Grafschaft Waldeck (nach Vereinigung mit der Grafschaft Pyrmont 1712 zum Fürstentum erhoben) wandte sich in der gemeinsamen Regierungszeit der Grafen Philipp III. ( Eisenberger Linie) und Philipp IV. ( Wildunger Linie) schon früh der Reformation zu. Bereits 1525 wurde die evangelische Predigt ausdrücklich befohlen. Johann Hefenträger, als Visitator eingesetzt, löste nach hessischem Vorbild die Klöster ( z. B. Flechtdorf ) auf; die Einkünfte verwendete man als milde Stiftungen bzw. (1578) als Grundstock für die Gründung des Korbacher Landesgymnasiums. Die Synode im Kloster Volkhardinghausen ( 1526) entschied über die Struktur der Landeskirche von Waldeck, die stark vom lutherischen Bekenntnis geprägt war. Die Nachwirkungen der Reformation Philipps In Hessen blieb es nicht bei Philipps großen Erfolgen. Seine führende Stellung im Schmalkaldischen Bund verlor er durch die mit Luthers Einverständnis und in Melanchthons Gegenwart geschlossene Doppelehe mit Margarete von der Saale ( 1540 in Rotenburg / Fulda; ihr Grabstein befindet sich in der Spangenberger Kirche) . Im Schmalkaldischen Krieg ( 1546 - 1547) wurde Philipp gefangengenommen und bis zum Passauer Vertrag ( 1552) als kaiserlicher Gefangener in den Niederlanden festgehalten. Bis zu seinem Tod (1567) bemühte er sich vor allem um den inneren Ausbau seines Landes und um die Wiedergutmachung der Schäden aus Krieg und Gefangenschaft ( Neubau der Festungen). Seine Versuche, die in Lutheraner, Calvinisten und Melanchthon-Anhänger zersplitterten Protestanten zu vereinigen, misslangen. Erfolgreicher waren seine Kontakte zu Elisabeth von England zum Schutz des Protestantismus; außerdem unterstützte er die Hugenotten tatkräftig durch 1000 Reiter und einen großen Geldbetrag. Verhängnisvoll wirkte sich Philipps Testament aus. Er teilte Hessen unter seine vier Söhne auf, mit dem Wunsch, "dass sie beieinander haushalten sollten, wie die Herren von Weimar täten" . Sein Wunsch wurde nicht respektiert. Die Vierteilung des Landes wurde zwar bald gemildert, weil zwei Landgrafen kinderlos starben, aber die in Hessen- Cassel und Hessen- Darmstadt zweigeteilte Landgrafschaft entwickelte sich auch konfessionell auseinander ( Darmstadt lutherisch, Kassel reformiert) . Hieran änderten selbst die als einigendes Band gedachten Generalsynoden nichts, die sich bis 1582 versammelten. Landgraf Moritz der Gelehrte verstärkte die Annäherung Nordhessens an den reformierten Flügel der Reformation. Seine drei " Verbesserungspunkte" (1605) verstand er zwar als Grundlage einer Union zwischen Reformierten und Lutheranern, aber sie schürten in Wirklichkeit den Zwist zwischen beiden Gruppierungen. Moritz verlangte nämlich, dass - der spitzfindige, theologische Streit über die Person Jesu abzubrechen sei; - die Zehn Gebote ungekürzt nach der Bibel zu lehren seien, also das Bilderverbot wieder aufgenommen werden müsse. Dies führte zur Vernichtung vieler nordhessischer Kunstschätze in den Kirchen. Die Taufsteine, die heute noch auf manchen Kirchhöfen stehen, wurden damals aus den Kirchen entfernt; - das Abendmahl gemäß Christi Einsetzungsworten (also gebrochenes Brot statt der Hostie) gereicht werden solle. Der Rückgang der Frömmigkeit in solchen Gemeinden, die sich, vor allem unter lutherischen Pfarrern, gegen diese Pläne des Landgrafen sträubten (z. B. im Kreis Eschwege), ist bis heute sichtbar geblieben.