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Karfreitag - Ein Feiertag ohne Remmidemmi

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Wo ist der liebende Gott?

Die Welt ist aus den Angeln gehoben. Die quälende Frage eines Martin Luthers nach dem liebenden Gott, dem Gott der gnädig ist mit uns Menschen, diese Frage stellen Menschen heute in ganz anderer Weis...

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Tageslosung

Quasimodogeniti (Wie die neugeborenen Kindlein. 1.Petrus 2,2)
So halte nun die Gebote des HERRN, deines Gottes, dass du in seinen Wegen wandelst und ihn fürchtest.
Seid niemandem etwas schuldig, außer dass ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt.
Ergebnisse und Meldungen
Landessynode tagte in Hofgeismar
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23.11. - Neue Schritte zur Zukunftssicherung
23.11. - Aus der Willkommenskultur muss eine Integrationskultur werden
23.11. - Landeskirche fördert evangelische Kindertagesstätten
22.11. - Vizepräsident präsentiert Bericht zur Finanzsituation der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck
22.11. - Bischof ermutigt zu gemeinsamem Beten und Handeln der Religionen
21.11. - Präses Dr. Dittmann: Nicht nachlassen im Gebet und Engagement für Frieden und Gerechtigkeit

Neue Schritte zur Zukunftssicherung - Landessynode baut neue Rücklage als dritte Säule der Altersversorgung auf

Steigende Versorgungsaufwendungen stellen die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck vor neue Herausforderungen in der Alterssicherung und machen einen Nachtragshaushalt erforderlich. Dies erläuterte Vizepräsident Dr. Volker Knöppel vor der Landessynode in Hofgeismar. Die vorläufigen Jahresabschlüsse 2012 bis 2015 hätten deutlich gemacht, dass der stetige Anstieg der Versorgungs- und Beihilfeverpflichtungen der öffentlich-rechtlichen Beschäftigten neue Lösungsansätze erfordere. Eine erster Schritt werde im Nachtragshaushalt 2016 vollzogen, der somit „ein Stück Zukunftssicherung“ bedeute.

33 Mio. Euro werden zusätzlich für Versorgungsaufwendungen bereitgestellt
Der Vizepräsident berichtete, dass sich das Haushaltsvolumen im ordentlichen Teil des landeskirchlichen Haushalts um rund 33,7 Euro auf rund 266,5 Mio. Euro erhöhe. Davon ständen allein rund 33 Mio. Euro im direkten Zusammenhang mit den Versorgungsaufwendungen. Im außerordentlichen Teil erhöhe sich das Haushaltsvolumen um 190.000 Euro auf rund 1,4 Mio. Euro.

Aktuelle Versorgungsmehrkosten schlagen mit 6 Mio. Euro zu Buche
Für die aktuellen Versorgungsmehrkosten in Höhe von 6 Mio. Euro gebe es mehrere Ursachen, wie der Vizepräsident darlegte. Dazu zählten die Erhöhung der Versorgungsbezüge um 2,2 % (0,63 Mio. Euro), Einmalbeiträge an die kirchliche Pensionskasse VERKA zur Nachversicherung von Besoldungsempfängern (4,1 Mio. Euro), eine Erhöhung der laufenden Betragszahlungen an die VERKA (0,6 Mio. Euro) sowie deutlich reduzierte Leistungen der VERKA (1,3 Mio.). Letztere seien u. a. der Niedrigzinsphase auf dem Kapitalmarkt geschuldet. An diesen Versorgungsmehrkosten werde der gemeindliche Teil des landeskirchlichen Haushalts mit 50 % beteiligt.

Dritte Säule der Versorgungsabsicherung wird gebildet
Zum weiteren Aufbau einer Versorgungsrücklage würden im Nachtragshaushalt 16 Mio. Euro veranschlagt. Auch diese Aufwendungen belasteten den gemeindlichen Teil des ordentlichen Haushalts zur Hälfte. Dr. Knöppel erläuterte, dass mit dieser Versorgungsrücklage neben der Rückdeckung bei VERKA und Evangelischer Ruhegehaltskasse Darmstadt (ERK) eine dritte Säule der Versorgungsabsicherung aufgebaut werde: „Die neue Versorgungsrücklage ist meines Erachtens ein nachhaltiger und zukunftsweisender Ansatz.“ Mit Nachdruck wies er darauf hin, dass dieser Aufbau vollständig aus den Kirchensteuermehreinnahmen des Jahres 2015 finanziert werden könne und damit keine Kürzungen bei den Zuweisungen an die Kirchengemeinden und Kirchenkreise verbunden seien.

538.000 Euro werden zusätzlich für Mehrkosten in Kindertagesstätten eingeplant
Der Vizepräsident berichtete, dass 538.000 Euro als zusätzliche Mittel bei der Diakoniezuweisung eingeplant seien. Diese Mehrkosten fielen in den Kindertagesstätten an und seien auf das Kinderförderungsgesetz zurückzuführen.

Frage der Alterssicherung wird die Landeskirche weiter beschäftigen
Für den Finanzausschuss empfahl der Vorsitzende, Pfarrer Frieder Brack, der Synode die Zustimmung zum vorgelegten Nachtragshaushalt. Dies geschehe unter der Voraussetzung, dass es sich bei der hälftigen Finanzierung der Versorgungsmehrkosten aus dem gemeindlichen Teil des Haushalts um einen „einmaligen Vorgang“ handele. Es gebe keinen Paradigmenwechsel in der Aufteilung zwischen gemeindlichen und landeskirchlichen Kosten. Eine solch grundsätzliche Frage könne nicht mit dem Beschluss eines Nachtragshaushalts abschließend beantwortet werden. Brack machte deutlich: „Im Zuge der Vorbereitung einer neuen Finanzverfassung muss das Versorgungsthema als Ganzes neu betrachtet, neu bewertet und dann auch von der Synode diskutiert werden.“

Aus der Willkommenskultur muss eine Integrationskultur werden - Kurhessische Landeskirche stellt sich aktuellen Herausforderungen der Flüchtlingsfrage

Im Mittelpunkt der Herbstsynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck standen heute aktuelle Herausforderungen für die Diakonie der Landeskirche. Oberlandeskirchenrätin Dr. Ruth Gütter, Diakoniedezernentin, berichtete über das Engagement der Landeskirche in der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen.

Flüchtlingsarbeit ist eine Querschnittsaufgabe der Landeskirche
Oberlandeskirchenrätin Dr. Ruth Gütter würdigte das Engagement von unzähligen Ehrenamtlichen und vielen Hauptamtlichen in den Gemeinden und den regionalen Diakonischen Werken. Sie hätten sich der „historischen Herausforderung“ gestellt, eine große Anzahl von Flüchtlingen willkommen zu heißen und aufzunehmen. Insgesamt habe sich die landeskirchliche Flüchtlingsarbeit zu einer „Querschnittsaufgabe“ entwickelt, der sich fast alle kirchlichen und diakonischen Arbeitsfelder stellten. Ein gelungenes Beispiel der Zusammenarbeit sei der „Basiskurs Flüchtlingsarbeit“. Es sei ein gut funktionierendes Netzwerk zivilgesellschaftlichen Engagements entstanden, in dem Ehrenamtskoordinatoren der regionalen Diakonischen Werke das Engagement in den Gemeinden unterstützten und begleiteten.

Synode unterstützte Flüchtlingsarbeit bislang mit 3,3 Mio. Euro
Die Diakoniedezernentin zeigte sich dankbar, dass sich die Landessynode auf den vergangenen Synodaltagungen entschieden habe, die Flüchtlingsarbeit mit mehr als 3,3 Mio. Euro finanziell zu unterstützen, Kapazitäten auszuweiten und neu zu schaffen. Erst auf der diesjährigen Frühjahrssynode seien 2 Mio. Euro bewilligt worden, um Stellen in der unabhängigen Asylverfahrensberatung in den hessischen Erstaufnahmeeinrichtungen und in der Flüchtlingsberatung der regionalen Diakonischen Werke zu schaffen. Damit leiste die Landeskirche ihren Beitrag dazu, „dass Menschen ein gerechtes Verfahren erhalten“, betonte Gütter. Sie führte weiter aus, dass Konzepte und Maßnahmen zur Integration von Flüchtlingen nötig seien, um ihnen eine umfassende Teilhabe zu ermöglichen. Besondere Anstrengungen seien in den Bereichen Sprachförderung, Integrationskurse, Ausbildung, Arbeits- und Wohnungsmarkt nötig. Konkurrenzen zur Unterstützung sozial Schwacher müssten vermieden werden, um den sozialen Frieden nicht zu gefährden.

Flüchtlinge als Geschwister im Glauben
Gütter berichtete, dass es eine wachsende Zahl von Flüchtlingen gebe, die sich für den christlichen Glauben interessierten und sich taufen lassen wollten. Nach vorsichtigen Schätzungen liege ihre Zahl bei 150 (Zahlen aus Hanau, Wolfhagen, Kassel, Fulda). Die Diakoniedezernentin schätzte den Umgang der Pfarrerinnen und Pfarrer mit dem Taufbegehren als sehr „umsichtig“ ein. Die Täuflinge würden sowohl theologisch als auch juristisch gründlich auf diesen für sie einschneidenden Schritt vorbereitet. Schließlich könne dieser Schritt Betroffene in einigen Herkunftsländern in Lebensgefahr bringen, da auf den Religionswechsel die Todesstrafe stehe. Es sei zu beobachten, dass die meisten der Taufinteressenten aus dem Iran stammten; dort gebe es bereits „christliche Untergrundgemeinden“.
Kirchengemeinden müssten sich auf diese neuen Gemeindeglieder einstellen. In vielen Gottesdiensten lägen bereits mehrsprachige Liturgieabläufe aus, es würden mehrsprachige Glaubenskurse angeboten und einige Kirchengemeinden hätten Übersetzungsanlagen eingerichtet. Die zusätzliche Arbeit werde von Gemeindepfarrerinnen und –pfarrern sowie Gemeindegliedern gerne geleistet, weil sie als erfüllend wahrgenommen werde. Und die Dankbarkeit der Täuflinge wie auch deren Bereitschaft, in der Gemeinde mitzuarbeiten, sei groß.

Landeskirche fördert evangelische Kindertagesstätten - Gesellschaftliche Rahmenbedingungen werden erkannt und berücksichtigt

Die Herbstsynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck nahm heute ihr Engagement im Bereich der Kindertagesstätten in den Blick. Oberlandeskirchenrätin Dr. Gudrun Neebe, Bildungsdezernentin, berichtete über aktuelle Herausforderungen angesichts von veränderten Rahmenbedingungen.

Neuregelungen richten sich an individuellen Bedarfen des Kindes aus
Oberlandeskirchenrätin Dr. Gudrun Neebe sprach sich in ihrem Bericht für eine Stärkung der 220 Kindertagesstätten in evangelischer Trägerschaft aus. Das Inkrafttreten des Hessischen Kinder- und Jugendhilfegesetzbuches stelle die Kindertagesstätten vor neue Herausforderungen. Während sich die Landesförderung bislang an der relativ konstanten Anzahl der genehmigten Gruppen bemaß, erfolge nun die Berechnung aufgrund kindbezogener Daten wie z. B. dem Älterwerden des einzelnen Kindes und der unterschiedlichen vertraglich vereinbarten Betreuungszeiten. Damit gingen umfangreiche Dokumentationspflichten, ein deutlich erhöhter Verwaltungsaufwand sowie die Notwendigkeit einer hohen Flexibilität beim Personaleinsatz einher. Gerade letzteres erfordere eine Professionalisierung der Kindertagesstätten im Umgang mit Fragen der Arbeitszeit und Dienstplanung.

Landeskirche verstärkt ihr finanzielles Engagement
Bedingt durch das Hessische Kinderförderungsgesetz hätten sich schon frühzeitig Kostensteigerungen für das laufende Jahr abgezeichnet. Die Ursachen für diese Kostensteigerungen seien tarifliche Anpassungen, ein Mehrbedarf an Fachkraftstunden und U3-Plätzen sowie längere Öffnungszeiten. Dafür sei im Nachtragshaushalt 2016 ein Betrag in Höhe von 538.000 Euro veranschlagt. Neebe machte deutlich, dass die KiTa-Finanzierung die Landeskirche auch künftig beschäftigen werde: „Um die Finanzierung der Kindertagesstätten langfristig zu sichern, den Kostenträgern Planungssicherheit zu geben und die Transparenz der Zuweisungen zu gewährleisten, muss das bisherige System überdacht und den veränderten Vorgaben entsprechend weiterentwickelt werden.“

Vizepräsident präsentiert Bericht zur Finanzsituation der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck

Haushaltskonsolidierung und Umsetzung der Beschlüsse der Herbstsynode 2015 – unter diesen Vorzeichen stand der Finanzbericht von Dr. Volker Knöppel. Der Vizepräsident machte heute vor der Landessynode in Hofgeismar deutlich: „ Es ist gut, dass wir die Umsetzung der Beschlüsse der Herbstsynode 2015 zielstrebig angehen und damit zur Haushaltskonsolidierung beitragen. Da liegt noch ein langer Weg vor uns. Ich denke, wir sind darauf gut vorbereitet.“

Kirchensteuereinnahmen steigen nur noch moderat
Dr. Knöppel berichtete, dass 68,4 % der im Haushalt 2016 ausgewiesenen Gesamteinnahmen der Landeskirche aus Kirchensteuern beständen: „Die Kirchensteuern sind und bleiben damit unsere wichtigste Einnahmequelle.“ Allerdings seien durch die konjunkturelle Entwicklung die Kirchensteuereinnahmen nur noch moderat gestiegen. Im Jahr 2015 habe das Gesamt-Netto-Aufkommen an Kirchensteuern 172 Mio. Euro betragen; damit sei ein Anstieg um 1,65 % gegenüber dem Jahr 2014 zu verzeichnen. Erleichtert stellte Dr. Knöppel fest, dass sich die Kirchensteuer nicht proportional zu den Mitgliederzahlen (- 1,73 % im Vergleichszeitraum) entwickelt habe. Allerdings zeigten die Kirchensteuerzahlen des laufenden Jahres mit einer Steigerung von 1,08 % im Vergleich zum Vorjahr nur noch einen schwachen positiven Trend auf: „Die dynamische Entwicklung vergangener Jahre ist passé.“ Für die beiden nächsten Jahre komme hinzu, dass die Bundesregierung beschlossen habe, die Bürger steuerlich um bis zu 6,3 Mrd. Euro jährlich zu entlasten. Nach Einschätzung des Vizepräsidenten steuere man unweigerlich auf den Punkt zu, wo sinkende Kirchenmitgliederzahlen nicht nur real, sondern auch nominal mit sinkenden Kirchensteuereinnahmen einhergehen werden.

Kirchensteuerverwahr um 17,3 Mio. Euro aufgestockt
Als positiv wertete der Vizepräsident, dass man auch im Jahr 2015 dem Kirchensteuerverwahr 17,3 Mio. Euro zuführen konnte. Damit sei ein Bestand in Höhe von 145,2 Mio. Euro (= 63 % des Haushaltsvolumens 2015) erreicht worden. Zu Beginn der Konsolidierungsphase habe man sich das Ziel gesetzt, dass der Kirchensteuerverwahr 75 % des Haushaltsvolumens erreichen solle. Durch die Kirchensteuereinnahmen der vergangenen Jahre sei man diesem Ziel schon sehr nahe gekommen.

Doppisches Verfahren legt Versorgungslücke offen
Dr. Knöppel erläuterte, dass man durch die Umstellung vom kameralistischen auf das doppische Verfahren Erkenntnisse gewonnen habe, die die Landeskirche vor neue Herausforderungen stelle. Während bei einer kameralistischen Betrachtung die langfristig bestehenden Pensions- und Beihilfeverpflichtungen für die öffentlich-rechtlich Mitarbeitenden nicht in den Blick genommen wurden, würden beim doppischen Verfahren alle künftigen Versorgungsansprüche hinzugerechnet. Demzufolge wiesen die neuen doppischen Jahresabschlüsse sowie ein versicherungsmathematisches Versorgungsgutachten zum 31.12.2015 eine Versorgungslücke von nunmehr 296,4 Mio. Euro auf. Grund hierfür seien u. a. neue Sterbetafeln bei Berufsanfängern mit zunehmend längeren Lebenserwartungen und höheren Versorgungsansprüchen, die anhaltende Niedrigzinsphase und den Dynamisierungseffekt bei jeder Besoldungserhöhung. Bei den Beihilfeverpflichtungen schlage sich die hohe Kostendynamik im Gesundheitswesen nieder. Vizepräsident Dr. Knöppel räumte ein, dass man diese Versorgungslücke nicht auf einmal schließen könne, dazu sei sie zu groß. Da dieses Problem alle Gliedkirchen der EKD betreffe, setze er bei der Entwicklung von Lösungsansätzen auch auf eine EKD-weit abgestimmte Herangehensweise. Trotz allem müsse aber die Landeskirche auch eigene Vorstellungen für den Umgang mit der Versorgungsproblematik entwickeln, da im nächsten Sommer der Doppelhaushalt 2018 / 2019 beraten werde.
Im Nachtragshaushalt, der am Mittwoch verabschiedet wird, werden zusätzliche Mittel für die Versorgungsaufwendungen veranschlagt. Dazu wird es eine gesonderte Pressemitteilung geben.

Brack: Balance zwischen Schließung der Versorgungslücke und Erhalt der Handlungsfähigkeit muss gefunden werden
Für den Finanzausschuss nahm der Vorsitzende, Pfarrer Frieder Brack, zum Finanzbericht Stellung. Brack lobte den umsichtigen Umgang mit den Mehreinnahmen der vergangenen Jahre, die im Wesentlichen in den Verwahr und in die Versorgung geflossen seien. Auch sei es gut, dass der Umstieg auf die Doppik den Blick „grundsätzlich geschärft“ und die Versorgungslücke offengelegt habe. Die spannende Frage, die sich dabei dem Finanzausschuss stelle, laute: „Wie balancieren wir das aus?“ Auf der einen Seite müsse die Lücke geschlossen werden, auf der anderen Seite müsse die Handlungsfähigkeit der Kirche erhalten bleiben. Brack sicherte zu, der Synode regelmäßig von den Fortschritten bei diesem „Drahtseilakt“ zu berichten.

Bischof ermutigt zu gemeinsamem Beten und Handeln der Religionen - Bericht vor der kurhessischen Synode trägt den Titel „Barmherziger Gott“

In seinem Bericht vor der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck beschäftigte sich Bischof Dr. Martin Hein heute unter dem Thema „Barmherziger Gott“ mit der Frage nach den Grundlagen des interreligiösen Dialogs und der geistlichen Gemeinschaft der drei monotheistischen Weltreligionen. Er hob hervor, dass der Glaube an einen gemeinsamen Gott und an dessen Barmherzigkeit es möglich mache, gemeinsam zu beten und zu einem gemeinsamen Handeln in Barmherzigkeit zu finden.

Religion polarisiert und wird zum Politikum
Hein wies in seiner Analyse der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Lage darauf hin, dass Religion keine Privatsache sei, sondern zunehmend zu einem Politikum werde: „Sie polarisiert: Wird sie von den einen als Wurzel allen gegenwärtigen Übels angesehen, ist sie für die anderen eine Möglichkeit zur Befriedung der Welt. Die einen sehen ein hohes Aggressionspotenzial in den Religionen, die anderen betonen den Impuls zur Versöhnung und zum Frieden.“ Während das Verhältnis zum Islam zu Diskussionen führe, formiere sich zugleich ein Antisemitismus, der in bedenklicher Unkenntnis gegenüber dem Judentum begründet sei und in einer bisher nicht gekannten Schamlosigkeit und Ignoranz alte Vorurteile aufgreife. Hinzu komme ein wachsender Säkularismus, der die Religion aus politischen und gesellschaftlichen Fragen ausklammern wolle.

Interreligiöses Gespräch und aktive Toleranz sind gefragt
Aufgabe und Herausforderung der Kirchen sei es in dieser Zeit, sich der Frage des interreligiösen Gesprächs zu stellen und aktiv daran mit zu arbeiten, dass das Christentum, das Judentum und der Islam in der Gestaltung einer freiheitlichen Gesellschaft zueinander finden: „Nur in einer freiheitlichen Gesellschaft kann es zu einem friedlichen und darin auch friedensfördernden Miteinander der Religionen kommen. Und das darf nicht nur ein Nebeneinander der Duldung, also der passiven Toleranz sein, sondern es sollte zu einer wechselseitigen Begegnung führen, zu aktiver Toleranz.“

Angesichts zunehmender Unbarmherzigkeit die Frage nach der Barmherzigkeit stellen
In einem Klima stetig abnehmenden Mitgefühls stelle sich immer dringlicher die Frage nach Barmherzigkeit: „Wir erleben nicht nur die zügellose Gewalt der Auseinandersetzungen in Syrien. Auch in unserem Land droht die Schwelle zur Anwendung verbaler oder handgreiflicher Gewalt stetig zu sinken. Wir erleben eine zunehmende Empathielosigkeit!“
Eine gemeinsame Basis der drei monotheistischen Religionen sei dagegen, dass sie zu einem Gott beten, der sich als barmherzig offenbart: „Die Frage nach einer gemeinsamen Praxis der Barmherzigkeit und einer gemeinsamen Praxis der Anrufung Gottes als zentrale religiöse Handlungen steht daher für uns als Kirchen auf der Tagesordnung.“

In Gelassenheit und Offenheit den Geschwistern begegnen
Gerade weil Juden, Christen und Muslime gemeinsam auf Gottes Barmherzigkeit vertrauten und aus ihr lebten, sei das Gespräch zwischen Christen und Muslimen (und unter noch einmal anderen Voraussetzungen zwischen Juden und Muslimen) eine besondere Herausforderung, zu der es die nötige Gelassenheit und Offenheit brauche: „Denn Islam und Christentum sind Geschwister, die sich näher sind, als ihnen oft bewusst und auch lieb ist. Wie wir aus eigener Erfahrung wissen, ist Streit unter Geschwistern eine konflikthaltige Situation, dessen Bearbeitung besonderer Sorgfalt bedarf. [...] Was uns eint, ist zugleich das, was zwischen uns umstritten ist und uns letztlich trennt.“

Die Vielfalt des Islam bejahen und stärken
Im Blick auf den Islam gelte es, seine Vielfalt zu stärken und das Gespräch zu suchen. So könne man den innerislamischen Bemühungen, den Fundamentalismus in die Schranken zu weisen, beistehen: „Nur unter dieser Perspektive können wir verhindern, dass uns eine eher kleine, aber momentan sehr einflussreiche Minderheit in der islamischen Community die Wahrnehmung dessen verstellt, was wirklich der Fall ist. Wir können auf diese Weise die dem Leben zugewandten Kräfte des Islam stärken, indem wir Wege zu einer gemeinsamen Praxis der Barmherzigkeit suchen!“

Wir beten zu demselben Gott
„Beten wir zu demselben Gott? Glauben wir an denselben Gott?“ fragte Hein provokativ. Da das Gebet die „schlechthin religiöse Tat“ sei, stelle sich mit der Frage nach der Möglichkeit eines gemeinsamen Gebets immer zugleich die Frage nach einem gemeinsamen Gott.
Der Bischof bejahte diese Frage: „Meine Überlegungen zur Barmherzigkeit als einer Eigenschaft bzw. als einer Handlungsweise Gottes lassen eigentlich keine andere Antwort zu als ein klares Ja: Wir beten zu demselben Gott. Aber wir tun es auf verschiedene Weise.“
Die Frage nach dem gemeinsamen Gebet stelle sich mit Dringlichkeit im Bereich der Schule, aber ebenso bei vielen öffentlichen Anlässen, bei denen vermehrt jüdische und muslimische Menschen teilnähmen, und zunehmend auch im Bereich der Kasualien.

Gastfreundschaft auch in spiritueller Hinsicht leben
Das gemeinsame Gebet sei eine Form „spiritueller Gastfreundschaft“. Gastfreundschaft sei in allen drei Religionen ein hohes Gut: „Höflichkeit, Takt, Entgegenkommen beider Seiten, Vermeidung von bekannten Konfliktthemen für einen klar definierten Zeitraum, Unterstellung von Friedfertigkeit und Wahrhaftigkeit sind ihre Elemente – und gemeinsames Essen und Trinken! Das Bemerkenswerte an der Gastfreundschaft ist, dass sie zeitlich begrenzt und situationsbezogen ist.“

Aktuelle Formen „spiritueller Gastfreundschaft“
Spirituelle Gastfreundschaft werde derzeit nach drei Modellen praktiziert: Das erste Modell sei die „liturgische Gastfreundschaft“, bei der Angehörige anderer Religionen am Gottesdienst der einladenden Religion teilnehmen. Das zweite Modell sei die „multireligiöse Feier“. Sie gehe einen Schritt weiter, da alle Teilnehmenden sie gemeinsam gestalteten und in ihr zu Wort kämen. Die dritte Variante sei das „interreligiöse Gebet“. Es basiere auf gemeinsam erarbeiteten Texten. Hier handele es sich noch um eine Grenzerfahrung, bislang zumeist in Katastrophenfällen, in denen das Bedürfnis nach Gemeinschaft, Nähe und gegenseitiger Unterstützung im Vordergrund stehe.

In Wahrhaftigkeit des eigenen Glaubens gemeinsam Gott feiern
Hein sprach sich für die Form der multireligiösen Feier aus: „So kann das gemeinsame, nacheinander stattfindende Gebet um Trost, Vergebung, Versöhnung und Frieden neben dem gemeinsamen Lob des Schöpfers, das allen drei Religionen gemeinsam ist, eine Praxis sein, gemeinsam Gott zu feiern und ihn so auch zu bezeugen.“ Bei diesen Begegnungen gehe es darum, „einander in der Wahrhaftigkeit des eigenen Glaubens den Wahrheitsanspruch der eigenen Religion zuzumuten.“ Der Bischof schloss mit den Worten: „So wird „spirituelle Gastfreundschaft“ Wirklichkeit: Zuletzt ist es immer Gott, der uns einlädt, und sich uns allen, ob Christen, Juden oder Muslime, gerade darin als der barmherzige Gott zeigt.“

Präses Dr. Dittmann: Nicht nachlassen im Gebet und Engagement für Frieden und Gerechtigkeit
Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck nimmt ihre Beratungen in der Evangelischen Tagungsstätte in Hofgeismar auf

Mit einem Gottesdienst von Prälatin Marita Natt in der Brunnenkirche ist die Herbsttagung der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck am heutigen Montagvormittag eröffnet worden. Schwerpunkte der Beratungen, die bis einschließlich Donnerstag, den 24. November, dauern werden, sind u. a. der Bericht des Bischofs, der sich unter dem Titel „Barmherziger Gott“ mit der Frage nach der Grundlage gemeinsamen Betens und Handelns der Weltreligionen befassen wird, der Finanzbericht des Vizepräsidenten und die Verabschiedung des Nachtragshaushaltes. Hinzu kommt ein umfassender gemeinsamer Bericht des Diakonie- und Bildungsdezernates, der u.a. das Engagement der Landeskirche in der Flüchtlingsfrage und in den Kindertagesstätten in den Blick nimmt.

Prälatin Natt: Neues soll werden!
Mit ihrer Predigt über Ezechiel 36, 26, der Jahreslosung 2017, ermunterte Prälatin Natt die Synodalen, Neuanfänge zu wagen. Dabei müsse die Veränderung „tief innen beginnen, in Kopf und Herz!“ Die Prälatin räumte ein, dass ein Neuanfang auch schmerzlich sein könne. Aber Gott wolle nicht, dass die Menschen ein „steinernes Herz“ haben, das aufgrund von Schmerz, Trauer, Angst, Enttäuschung und Unsicherheit versteinert worden sei. Vielmehr sollten sie füreinander einstehen und sich an den Grund des christlichen Glaubens erinnern. Natt betonte: „Es braucht Zeit, im Neuen anzukommen. Wichtig ist die Zusage, dass der, der den Neuanfang verantwortet, Gott, einen nicht im Stich lässt. Und die haben wir!“

Präses Dr. Dittmann: Nicht nachlassen im Gebet und Engagement für den Frieden
In seinen Eröffnungsworten nahm Präses Dr. Thomas Dittmann die aktuelle weltpolitische Lage in den Blick: „Unsere Synode findet statt vor dem Hintergrund, dass die Welt in den letzten zwölf Monaten nicht friedlicher und auch nicht gerechter geworden ist. Statt vieler weiterer Krisen nenne ich nur den Bürgerkrieg in Syrien und die verschlechterte Menschenrechtslage in der Türkei. Flüchtlinge aus Afrika und Asien suchen Schutz in Europa, besonders auch in Deutschland.“ Er appellierte an seine Zuhörer, nicht nachzulassen in ihrem Gebet und praktischen Engagement: „Wir können die Not vor Gott bringen und dürfen nicht nachlassen im Gebet um den Frieden. Und wir können und sollen auch das praktisch tun, was wir tun können. Hier denke ich an unsere Hilfen für Flüchtlinge, an unsere Kirchenpartnerschaft mit Syrien, ich denke an unsere Ausbildungshilfe für junge Christen in Afrika und Asien, die beitragen kann Fluchtursachen zu verhindern, ich denke an fairen Handel und an die Möglichkeit einer sogenannten klimaneutralen Synode.“

Rückkehr an den Ort, „an dem seit Jahrzehnten Glaube und Denken ins Gespräch gebracht werden“
Der Präses begrüßte die Synodalen zu ihrer ersten Tagung in Hofgeismar, am altvertrauten Ort, nach dem umfassenden Umbau der Akademie. Er betonte, dieser sei ein klares Bekenntnis zum Standort Hofgeismar, und dankte allen, die sich für das Bauvorhaben eingesetzt hatten. Dass die Synode nun wieder am Gesundbrunnen in Hofgeismar tage, bedeute, dass sie an einen Ort zurückkehre, „an dem seit Jahrzehnten Glauben und Denken ins Gespräch gebracht werden, wo über Religion und Kultur, Ethik und Recht nachgedacht wird und gesellschaftspolitische Debatten geführt werden. Hier ist ein Standort, der Raum bietet zum Abwägen, zur wohldurchdachten Besinnung, zur Beratung über die Situation der Kirche, zum Streit über den richtigen Weg, zum Hören auf Gottes Wort und für Entscheidungen über die nächsten Schritte in der Nachfolge Jesu.“

Stichwort: „Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck“

Gebiet der Landeskirche
Der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gehören rund 844.000 Menschen an. Das Gebiet der Landeskirche erstreckt sich von Bad Karlshafen im Norden bis zum Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim im Süden, vom Waldecker Upland im Westen bis zum im Freistaat Thüringen gelegenen Kirchenkreis Schmalkalden.

Aufgaben und Kompetenzen der Landessynode
Die Landessynode besitzt herausragende Kompetenzen: Sie hat in allen kirchlichen Fragen die letzte Entscheidung. Die geistliche und rechtliche Leitung der Landeskirche teilt sie mit dem Bischof, den Pröpsten, dem Rat der Landeskirche und dem Landeskirchenamt. Alle anderen Leitungsorgane sind der Landessynode verantwortlich. Die Synode wählt den Bischof und entsendet aus ihrer Mitte den Rat der Landeskirche. Sie erlässt Gesetze, verabschiedet den Haushalt. Sie schafft so die Grundlagen für das rechtliche Leben der Landeskirche.

Zusammensetzung der Landessynode
87 Mitglieder gehören der Landessynode an; dabei sind die Nicht-Theologen in der Mehrheit. Das Gros der Mitglieder wird direkt von den Synoden der Kirchenkreise für sechs Jahre ge-wählt. Hinzu kommen von Amts wegen der Bischof sowie seine Stellvertreter, der Vizepräsi-dent (juristischer Stellvertreter) und die Prälatin (theologische Stellvertreterin), die Pröpstinnen und Pröpste der vier Sprengel sowie die Direktoren des Evangelischen Predigerseminars und der Evangelischen Akademie. Der Rat der Landeskirche beruft zwölf weitere Mitglieder der Landessynode, von denen mindestens acht Laien sein müssen. Bei deren Berufung sollen laut Grundordnung „die für den Dienst der Kirche in der Welt wichtigen Kräfte“ vertreten sein.

Informationen zur 13. Landessynode
Die Landessynode tagt in der Regel zweimal im Jahr: im Frühjahr und in der Woche vor dem 1. Advent. Ihre Sitzungen werden durch den / die Präses oder ihre Stellvertreterinnen und Stellvertreter geleitet. Seit Frühjahr 2016 ist die 13. Landessynode im Amt. Ihre Amtszeit endet im Frühjahr 2022. Präses ist der Vorsitzende Richter am Hessischen Verwaltungsgerichtshof, Kirchenrat Dr. Thomas Dittmann (Kassel), Erste Beisitzerin die Dekanin des Kirchenkreises Hanau, Claudia Brinkmann-Weiß, Zweiter Beisitzer Pfarrer Dr. Volker Mantey, Kirchengemeinde Spangenberg (Melsungen).

Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck
- Pfarrerin Petra Schwermann -
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mid - eingestellt am 21.11.2016 + 22.11.2016