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Tageslosung

Der HERR segne dich und behüte dich.
Segnet, weil ihr dazu berufen seid, auf dass ihr Segen erbt.
Landessynode nimmt ihre Beratungen auf
Tagung vom 27. - 30. November in Hofgeismar
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Mit einem Gottesdienst von Prälatin Marita Natt in der Brunnenkirche ist die Herbsttagung der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck am heutigen Montagvormittag eröffnet worden. Die Synode berät auch über die Neuordnung der landeskirchlichen Sprengel. Hier finden Sie tagesaktuell die Meldungen zu den Beratungen:
Bischofsbericht "Bejahte Freiheit" - Finanzbericht des Vizepräsidenten - Rühl: Diakonie Hessen stellt sich Herausforderungen - Doppelhaushalt 2018/2019 verabschiedet - Synode für Abschiebestopp und Familiennachzug


Landessynode setzt sich für Abschiebestopp und Familiennachzug ein

Sorge um Familienangehörige verhindert Integration
Die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck hat am 29. November 2017 mit einer Entschließung an die Bundesregierung und die Landesregierungen in Hessen und Thüringen appelliert, den bis März 2018 ausgesetzten Familiennachzug für subsidiär Geschützte ab April 2018 wieder zu ermöglichen. In einer Entschließung zur „Integrationsaufgabe mit Geflüchteten“ wird betont, dass „die Sorge um zurückgelassene oder auf der Flucht getrennte Familienangehörige die Integration der hier angekommenen Menschen“ verhindere. Mit Hinweis auf Artikel 6 des Grundgesetzes, der Ehe und Familie unter einen besonderen Schutz stellt, wird in der Entschließung deutlich formuliert: „Familien gehören zusammen und dürfen nicht über Jahre getrennt werden“

Keine Abschiebungen nach Afghanistan und Syrien
Weiterhin fordert die Landessynode die Bundesregierung und die Landesregierungen in ihrer Entschließung auf, „angesichts der anhaltend gefährlichen Situation in Afghanistan und Syrien bis auf weiteres keine Abschiebungen nach Afghanistan durchzuführen und Abschiebungen nach Syrien weiterhin auszusetzen“.

Dank und Ermutigung
Allen, die sich für geflüchtete Menschen einsetzen, dankt die Landessynode in ihrer Entschließung ausdrücklich und ermutigt dazu, weiterhin für ein friedliches Miteinander aktiv zu sein.

Die Entschließung der Landessynode im Wortlaut:

• Die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck dankt allen, die sich für die geflüchteten Menschen einsetzen. Sie ermutigt, weiterhin für ein friedliches Miteinander mit Offenheit und Respekt aktiv zu sein.
• Angesichts der anhaltend gefährlichen Situation in Afghanistan und Syrien fordert die Landessynode die Bundesregierung und die Landesregierungen auf, bis auf weiteres keine Abschiebungen nach Afghanistan durchzuführen und Abschiebungen nach Syrien weiterhin auszusetzen.
• Die Landessynode weiß sich dem Schutz von Familie in besonderer Weise verpflichtet. Die Sorge um zurückgelassene oder auf der Flucht getrennte Familienangehörige verhindert die Integration der hier angekommenen Menschen. Familien gehören zusammen und dürfen nicht über Jahre getrennt werden (vgl. Artikel 6 des Grundgesetzes zu Schutz von Ehe und Familie). Die Landessynode appelliert an die Bundesregierung und die Landesregierungen, den bis März 2018 ausgesetzten Familiennachzug für subsidiär Geschützte ab April 2018 wieder zu ermöglichen.


Landessynode verabschiedet Doppelhaushalt 2018 / 2019

Die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck hat heute in Hofgeismar den Doppelhaushalt für die Jahre 2018 und 2019 verabschiedet. Im Blick auf den Reformprozess der Landeskirche bezeichnete Vizepräsident Dr. Knöppel das bislang Erreichte als ein „ansehnliches und respektables Ergebnis“. Allerdings bestehe auch weiterhin dringender Handlungsbedarf, insbesondere im Bereich des Abbaus von Personalstellen: „Hierfür sind Arbeitsfelder im Hinblick auf die Zukunft unserer Landeskirche zu analysieren, zu bewerten und letztlich gegebenenfalls auch aufzugeben“, so der Vizepräsident.

Erste Auswirkungen des Reformpakets 2026 sichtbar
Der Doppelhaushalt verfügt über ein Gesamtvolumen von 250,3 Mio. Euro im Jahr 2018 und von 249 Mio. Euro im Jahr 2019. Davon entfallen im Jahr 2018 auf den landeskirchlichen Teil des Haushalts 162,2 Mio. Euro und 161 Mio. Euro im Jahr 2019; auf den gemeindlichen Teil des Haushalts entfallen 88 Mio. Euro im Jahr 2018 und 87 Mio. Euro im Jahr 2019.
Wie der Vizepräsident berichtete, sind im Doppelhaushalt bereits erste Auswirkungen des Reformpakets 2026 sichtbar. Im landeskirchlichen Teil des Haushalts entstehen Mehraufwände durch Personalkostensteigerungen im Bereich der Gemeinde- und Funktionspfarrstellen sowie durch steigende Versorgungsbezüge. Die Errichtung von Assistenzstellen für die geplanten Kooperationsräume und die Ausstattung der Dekanatssekretariate mit Vollzeitstellen führen zu einem Mehrbedarf im gemeindlichen Teil des Haushalts. Die Mittel kommen weiterhin der von der Herbstsynode 2015 beschlossenen Stärkung der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zugute, für die die Errichtung einer zusätzlichen Jugendarbeiterstelle pro fusioniertem Kirchenkreis geplant ist. Auch ein in Bezug auf die Diakoniezuweisung im Bereich der Kindertagesstätten entstandener Mehrbedarf wird gedeckt. Die Gemeinden profitieren von einer einmaligen Erhöhung des Grundbedarfes um 0,5 Euro.

Auswirkungen der Reformbeschlüsse im Stellenplan
Wie der Vorsitzende des Finanzausschusses, Pfarrer Frieder Brack, bei seiner Erläuterung zum Stellenplan betonte, beginne ab dem Doppelhaushalt 2018 / 2019 die von der Landessynode beschlossene neue Verteilungsform der Pfarrstellenbudgets. Die Zahl der Gemeindepfarrstellen werde weiterhin entsprechend der Entwicklung der Mitgliederzahl angepasst; auch die landeskirchlichen Funktionspfarrstellen müssten entsprechend der Beschlüsse reduziert werden. Die Stellen der Mitarbeitenden reduzierten sich um 13,47 Stellen, so dass die tatsächliche Steigerung der Personalbudgets bereits unter der durch lineare Tariferhöhungen ausgelösten Steigerung liege.


Rühl: Diakonie Hessen stellt sich gesellschaftlichen Herausforderungen
Bericht des Vorstandsvorsitzenden der Diakonie Hessen vor der EKKW-Synode

„Kirchen und Diakonie sind als starke und wahrnehmbare Akteure mitverantwortlich für die politische Kultur in Hessen. Wir gestalten Zivilgesellschaft mit. Wir haben uns für die Zukunft gut aufgestellt und wollen Solidarität und Sozialstaat stärken“, betonte Pfarrer Horst Rühl in seinem ersten Bericht als Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen vor der Herbstsynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Gesellschaftliche Herausforderungen meistern
Neben den Forderungen des Familiennachzugs für subsidiär geschützte Menschen sowie der Stärkung des sozialen Wohnungsbaus wandte sich Rühl in seinem Bericht dem Thema Pflege zu: “In einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft kommt der Pflege eine wichtige Bedeutung zu. Wir brauchen politische Maßnahmen gegen den Pflegenotstand.“ Rühl nannte als Lösungsansatz, die Gelder der Versicherten, die in die Pflege- und Krankenversicherungen fließen, auch für die Versorgung kranker und pflegebedürftiger Menschen zu verwenden. Gleichzeitig muss nach seinen Worten auch ein Mehr an Leistungen für die Pflege, Betreuung, Zuwendung und mehr Zeit für sterbende Menschen möglich sein. „Pflegekräfte verdienen unser aller Anerkennung und Dank“, so Rühl abschließend.

Demokratie leben
Mit Blick auf die Bundestagswahl und die schwierige Regierungsbildung sagte der Vorstandsvorsitzende: „Es ist Aufgabe von Kirche und Diakonie, die Gesellschaft und ihre politischen Grundlagen mitzugestalten. So bleiben wir mit allen Menschen, Parteien und Gruppierungen, die auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, im Gespräch. Unvereinbar mit unserer christlichen Botschaft ist jedoch jede Form der Verachtung gegenüber Menschen – seien sie geflüchtet, arm oder wohnungslos, behindert oder pflegebedürftig“.

*

Stichwort Diakonie Hessen
Die Diakonie Hessen ist 2013 aus der Fusion des Diakonischen Werks in Hessen und Nassau und des Diakonischen Werks in Kurhessen-Waldeck hervorgegangen. Sie ist Mitglieder- und Trägerverband für das evangelische Sozial- und Gesundheitswesen auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). Die Diakonie Hessen ist als Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen, Rheinland-Pfalz und im thüringischen Schmalkalden tätig. Als Träger diakonischer Arbeit beschäftigt die Diakonie Hessen in den Landesgeschäftsstellen in Frankfurt und Kassel, im Evangelischen Fröbelseminar in Kassel, in den Evangelischen Freiwilligendiensten sowie in 18 regionalen Diakonischen Werken in Hessen und Nassau mehr als 1.650 Mitarbeitende. Als Mitgliederverband gehören der Diakonie Hessen zurzeit rund 430 Rechtsträger an. Dabei handelt es sich um Vereine, Stiftungen und gemeinnützige Gesellschaften sowie die 44 Dekanate der EKHN und die 20 Kirchenkreise der EKKW. Insgesamt bestehen ca. 1.340 Einrichtungen, Angebote und ambulante Dienste in den Bereichen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, in der Alten- und Krankenpflege, in der Behinderten-, Eingliederungs- und Suchthilfe und in der Migrations- und Flüchtlingsberatung sowie in der Beratung von Menschen mit sozialen Schwierigkeiten. Die Diakonie Hessen und ihre Mitglieder beschäftigen zusammen rund 39.000 Mitarbeitende.


Dr. Knöppel: Reformprozess wird konsequent weitergeführt
Vizepräsident legt Bericht über die Finanzen der Landessynode vor

In seinem Bericht zur finanziellen Situation der Landeskirche ging der Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Volker Knöppel, auf die Entwicklung der Kirchensteuern und Gemeindegliederzahlen ein und gab einen Ausblick auf den noch zu verabschiedenden Doppelhaushalt 2018 / 2019 und dessen Auswirkungen auf den Reformprozess 2026.

Kirchensteueraufkommen ist real gesunken
Dr. Knöppel berichtete, dass trotz des stabilen Wirtschaftswachstums und des starken Arbeitsmarktes in den ersten neun Monaten des Jahres 2017 ein erheblicher Druck auf die Kirchensteuer zu spüren gewesen sei. Dies liege an einem flacheren Anstieg der Kirchensteuer gegenüber den gesamtstaatlichen Lohn- und Einkommenssteuereinnahmen. Die aktuell vorliegenden Zahlen für den Monat Oktober 2017 wiesen ein Plus von 1,61 % bei den gesamtkirchlichen Steuereinnahmen auf. Berücksichtige man aber die im Jahr 2017 eingetretenen Personalkostensteigerungen von 2,35 %, verkehre sich dieser nominale Zuwachs real zu einer Negativentwicklung im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2016 habe das Gesamtaufkommen bei der Kirchensteuer 177,2 Mio. Euro betragen; damit sei ein Anstieg um rund 1,2 Mio. Euro (=0,7 %) gegenüber dem Jahr 2015 zu verzeichnen. Dr Knöppel stellte fest: „Das ist inflationsbereinigt auch keine schwarze Null mehr.“

Gemeindegliederentwicklung ist stärker rückläufig als prognostiziert
Der Vizepräsident erinnerte daran, dass auf Grundlage eines prognostizierten Gemeindegliederrückgangs von durchschnittlich 1,3 % pro Jahr die Zukunftsbeschlüsse mit der Einsparvorgabe von 25 % (= Einsparvolumen von rund 50 Mio. Euro) auf der Herbstsynode 2015 auf den Weg gebracht worden sei. Allerdings seien in diesem Jahr die Verluste an Gemeindegliedern viel stärker ausgefallen als seinerzeit angenommen. Als mutmaßlichen Grund für diesen Anstieg nannte er die Änderung des Austrittsverfahrens, nach dem Gemeindeglieder seit dem
1. März ihren Austritt nicht mehr beim Amtsgericht, sondern bei der Meldebehörde erklären können. Dr. Knöppel mahnte eine genaue Analyse an, „welche Menschen, in welchen Regionen und in welchen Lebenssituationen der Kirche den Rücken kehren, um diesen Negativtrend etwas entgegenzusetzen“.

Doppelhaushalt 2018 / 2019 ist ein weiterer Schritt in Richtung Reformprozess 2026
Mit Blick auf die anstehende Verabschiedung des Doppelhaushalts 2018 / 2019 erläuterte der Vizepräsident, dass erste Auswirkungen im Haushaltsentwurf zu verzeichnen seien, auch wenn sich dies nicht im Haushaltsvolumen niederschlage. So weise der Haushalt mit rund 250 Mio. Euro ein um 18 Mio. Euro höheres Haushaltsvolumen gegenüber dem Planungsjahr 2017 auf. Dies liege aber u. a. an der Überführung von acht ehemaligen Sonderhaushalten in die Bewirtschaftung des Landeskirchenamtes und an weiteren systemischen Verrechnungen.
An anderer Stelle könne man aber die Auswirkungen der Einsparungen deutlich erkennen. So spare man durch die Integration der Bewirtschaftung von acht landeskirchlichen Einrichtungen (im Bereich der Kirchenmusik und der Schulen in landeskirchlicher Trägerschaft) in das Landeskirchenamt 240.000 Euro an Verwaltungskosten. Im Bereich der Tagungsstätten und Freizeitheime werde das Evangelische Jugend- und Freizeithaus Bieber zum Jahresende geschlossen und das Evangelische Freizeitheim Niedenstein werde sei April 2016 als Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge genutzt. Durch diese Maßnahmen könnten landeskirchliche Zuweisungen in Höhe von 213.500 Euro eingespart werden. An anderer Stelle würden erwartete Mehrkosten durch Einsparmaßnahmen vermieden: Im Bereich des Landeskirchenamtes kompensierten die im kommenden Doppelhaushalt eingeplanten Stellenreduzierungen im Umfang von 319.000 Euro vollständig die Personalkostensteigerungen, und im Bereich Gebäudemanagement würden Kostensteigerungen aufgrund des Baukostenindex durch die Reduzierung des Gebäudebestands aufgefangen.

Personalfonds zum sozialverträglichen Abbau von Stellen wird eingerichtet
Dr. Knöppel zeigte sich entschlossen, den Kürzungsprozess auf den verschiedenen Ebenen der Landeskirche im Bereich der Mitarbeitenden fortzusetzen, an dessen Ende ein Einsparvolumen von 12,5 Mio. Euro stehe. Um einen sozialverträglichen Abbau der Stellen zu gewährleisten, habe man im kommenden Doppelhaushalt erstmals Mittel für einen Personalfonds von 500.000 Euro pro Jahr eingestellt. Zurzeit würden die rechtlichen Grundlagen für die Fördervoraussetzungen, die Antragstellung und das Bewilligungsverfahren erarbeitet.

Kinder- und Jugendarbeit wird gestärkt und Verwaltungsassistenzen werden geschaffen
Der Vizepräsident wies darauf hin, dass mit dem Reformprozess nicht nur Einsparungen verbunden seien. Vielmehr habe sich die Synode dazu entschlossen, die „Volkskirche qualitativ weiterzuentwickeln“, indem bestimmte Bereiche wie die Kinder- und Jugendarbeit gesichert und gestärkt würden bzw. Stellenreduzierungen bei den Pfarrstellen durch die Errichtung von Verwaltungsassistenzen flankiert würden. Diese Maßnahmen würden pro Jahr mit 3,5 Mio. Euro im Doppelhaushalt veranschlagt.


Hein: „Unser Anspruch ist, gehört zu werden und zu überzeugen“
Bischofsbericht setzt sich mit dem Verhältnis von Kirche und Staat auseinander

Wie steht es um das Verhältnis zwischen Kirche und Staat? Mischt sich Kirche zu stark in die Politik ein? Diese kontrovers diskutierten Fragen waren Anlass für Bischof Dr. Martin Hein, sich in seinem diesjährigen Bericht vor der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck grundlegend mit dem Verhältnis von Staat und Kirche auseinanderzusetzen. Unter dem Titel „Bejahte Freiheit“ ging der Bericht auf die rechtlichen Grundlagen und Rahmenbedingungen und das Verhältnis zwischen Kirche, Staat und Gesellschaft sowie auf die sich daraus ergebenden gesellschaftlichen Aufgaben der Kirche ein.

Deutschland ist ein säkularer, kein laizistischer Staat
Zu Beginn seiner Ausführungen beschrieb Bischof Hein die rechtlichen Rahmenbedingungen des Verhältnisses zwischen Kirche und Staat, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts grundlegend geändert hätten. Während die Kirche im 19. Jahrhundert noch eine „Staatskirche“ gewesen sei, sei sie im modernen, freiheitlichen und demokratischen Staat zu einer „verfassten“ Kirche geworden. Damit sei sie nicht mehr Teil des Staates, sondern der Gesellschaft. Seither regelten Kirche und Staat ihr Verhältnis – genauso wie andere gesellschaftliche Organisationen auch – über Verträge, die zur Entwicklung eines „Staatskirchenrechts“ geführt hätten. Die Bundesrepublik garantiere als säkularer, aber nicht laizistischer Staat eine positive Religionsfreiheit. Die Kirchen seien als „Körperschaften des öffentlichen Rechts“ anerkannt. Damit garantiere der Staat ihnen das Recht zur öffentlichen Ausübung der Religion und zur eigenständigen Regelung der innerkirchlichen Angelegenheiten. Seither ständen Kirchen und Staat zueinander in einem Verhältnis von wohlwollendem Respekt, kritischer Distanz und gegenseitiger rechtlicher Absicherung.

Kirchen sind Teil der Zivilgesellschaft
Hein erläuterte, dass die Bundesrepublik ein Staat sei, der die pluralistische gesellschaftliche Entwicklung fördere. Die Kirchen als Körperschaften des öffentlichen Rechts seien Teil der Zivilgesellschaft und als solche auch Teil einer pluralen Öffentlichkeit. In dieser repräsentierten sie zwar nicht mehr die Mehrheit, könnten aber durch ihren Körperschaftsstatus als Teil der Öffentlichkeit agieren. Zugleich müssten sie sich gegenüber der pluralen Gesellschaft verantworten, die eine Außenperspektive auf die Kirchen einnehme. Hein machte deutlich: „Die Stimme der Kirchen wird durchaus gehört, aber sie ist eine unter vielen.“

Kirche gibt Impulse für die Gesellschaft durch Verkündigung des Evangeliums
Die Kirchen versuchten auch unter diesen veränderten Rahmenbedingungen, mit Anregungen und Impulsen zur Entwicklung der freiheitlichen Gesellschaft beizutragen und sich aktiv in Debatten einzubringen. Hein betonte: „Wenn wir als Kirche im Blick auf politische Entscheidungen unsere Einschätzungen einbringen und auch Kritik äußern, dann tun wir das nicht von einer vermeintlich „höheren“ Warte aus oder als selbst ernannte „Moralanstalt“, sondern unter den Bedingungen freiheitlicher Pluralität. Unser Anspruch besteht im Rahmen der „Öffentlichkeit“ allein darin, gehört zu werden – und wenn möglich, auch zu überzeugen.“ Die Kirchen müssten sich „selbstbewusst, aber nicht auftrumpfend“ der Aufgabe stellen, die Lebensdienlichkeit des Evangeliums zu kommunizieren. Denn ihnen liege ein Verständnis von Mensch, Gesellschaft und Staat zugrunde, das auf Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung hin ausgelegt sei. Heins Ansicht nach sei die Stimme der Kirchen aktuell besonders gefragt zur Relativierung des Leistungsprinzips, für eine Betonung der Menschenrechte sowie um den sozialen Dienst an der Gemeinschaft in diakonischer Zuwendung bewusst zu machen.

Staat überträgt subsidiär Aufgaben
Der Staat biete den Kirchen aber nicht nur Möglichkeiten und Chancen, sondern er formuliere an sie auch Erwartungen. Durch das Prinzip der Subsidiarität überlasse der Staat möglichst viele soziale Aufgaben und deren Erfüllung der Zivilgesellschaft. Hein formulierte pointiert: „Für Staat und Gesellschaft sind wir allein durch die Subsidiarität interessant. Daran wird unsere Bedeutung gemessen.“ In der Möglichkeit, subsidiär tätig zu werden, präge sich die moderne Wahrnehmung des Auftrags des Evangeliums aus, Gerechtigkeit zu organisieren. Damit ständen die Kirchen aber in Konkurrenz zu anderen gesellschaftlichen Gruppen: „Für den Staat und die Gesellschaft zählt, was wir tun, und nicht, wie wir es begründen!“

Flüchtlingsarbeit ist weiterhin notwendig
In seinem Bericht nahm Bischof Dr. Hein auch zur kirchlichen Flüchtlingsarbeit und zur aktuellen Diskussion um den Familiennachzug Stellung. Hein machte deutlich, dass trotz zurückgehender Flüchtlingszahlen das kirchliche und diakonische Engagement weiterhin notwendig sei. Er dankte ausdrücklich den vielen Ehrenamtlichen, die mit Widerständen zu kämpfen hätten und die es viel Kraft koste, die Sensibilität für die Nöte der Flüchtlinge wachzuhalten. Der Bischof zeigte sich überzeugt: „Unabhängig von den Schieflagen der öffentlichen Diskussion können alle in der Flüchtlingsarbeit Engagierten davon ausgehen, dass eine große Mehrheit unserer Kirchenmitglieder diese Arbeit bejaht!“

Familiennachzug ist ein wichtiger Integrationsfaktor
Hein äußerte seine Irritation über die Zahlen, mit denen in der aktuellen politischen Diskussion um den Familiennachzug operiert werde. Mittlerweile gehe auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge davon aus, dass deutlich weniger Menschen im Zuge des Familiennachzugs nach Deutschland kommen würden. Der Bischof betonte, dass aus Sicht der Kirchen die Stärkung von Familien ein nicht zu unterschätzender Faktor sei, der sich positiv auf die Integration auswirke. Daher setzten sich Landeskirchen und Diakonie dafür ein, dass die Familienzusammenführung aller Schutzberechtigten, aber auch aller subsidiär Schutzberechtigten ermöglicht werde.

Zahl der Kirchenasyle ist gestiegen
Als Ursache für die deutlich gestiegene Zahl von Kirchenasylen benannte Bischof Dr. Hein die Verschärfung des Problems der Abschiebungen. Durch Gewährung von Asyl wiesen die Kirchengemeinden auf einen individuellen Härtefall hin mit dem Ziel, den Antrag erneut zu prüfen. Hein betonte: „Wir vertrauen unseren Gemeinden in ihrem Handeln und in ihrer Entscheidung zum Kirchenasyl!“  (27.11.2017)



Hofgeismar.
Mit einem Gottesdienst von Prälatin Marita Natt in der Brunnenkirche ist die Herbsttagung der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck am heutigen Montagvormittag eröffnet worden. Im Mittelpunkt der Beratungen, die bis einschließlich Donnerstag, den 30. November, dauern werden, stehen der Bericht des Bischofs, der sich in diesem Jahr unter dem Titel „Bejahte Freiheit“ mit dem Verhältnis von Staat und Kirche beschäftigt, der Bericht des Vorstandsvorsitzenden der Diakonie Hessen, der Bericht von Vizepräsident Dr. Knöppel zur aktuellen Finanzsituation der Landeskirche, die Verabschiedung des Doppelhaushaltes sowie weitere Kirchengesetze. Eines dieser Kirchengesetze befasst sich mit der Neuordnung der Sprengel in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und ist damit ein weiterer Umsetzungsschritt der 2015 verabschiedeten Zukunftsbeschlüsse. Im Anschluss an die Landessynode wird am Donnerstagnachmittag Prälatin Natt in einem Festgottesdienst in der Altstädter Kirche in den Ruhestand verabschiedet und ihr Nachfolger, Propst Bernd Böttner, in das Amt eingeführt.

Natt: Jahreslosung 2018 ist eine erquickende Zusage
In Ihrer Predigt griff Prälatin Marita Natt die Jahreslosung 2018 auf: „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ Der Text aus dem Buch der Offenbarung sei für alle Christen eine wunderbare Ermutigung. Wasser sichere nicht nur im wörtlichen Sinne das Überleben. Vielmehr würden – einem Jesuswort folgend – Menschen, die vom Glauben ergriffen seien, zu solchen, von denen „Wasserströme“ ausgingen. Und – so die Prälatin wörtlich: „Ist es nicht das, was viele von uns bewegt und antreibt? In der Kirche Engagierte möchten solch lebendiges Wasser sein. Möchten Menschen erquicken, stärken, aufbauen, bilden, mutig machen und ermutigen.“ Die Jahreslosung sei eine Verheißung für diejenigen, die das Evangelium als Schatz entdeckt hätten, die nach Vergewisserung und Rechtfertigung dürsteten. Denn durch Gottes Gnade bekämen die Menschen das lebendige Wasser ohne besondere Leistungen geschenkt – eben „umsonst“. Die neue Jahreslosung sei eine „erquickende Zusage“. Das Fazit der Prälatin: „Sie ist eine Einladung zur Quelle zu gehen, sie neu zu entdecken, von ihr belebt und gestärkt zu werden, zu leben in der Nachfolge des Herrn!“

Dittmann: Grundordnung hat sich bewährt
In seiner Eröffnung erinnerte Präses Dr. Thomas Dittmann an zwei Jubiläen, die die Landeskirche im vergangenen Kirchenjahr gefeiert habe: 500 Jahre Reformation und 50 Jahre Grundordnung. Dr. Dittmanns Einschätzung nach habe sich die Grundordnung in den 50 Jahren ihrer Geltung bewährt und die maßgeblichen Strukturprinzipien hätten weiterhin Bestand. Dabei habe die Grundordnung die geistliche Dimension kirchenleitenden Handelns im Blick. In der Formulierung vom „Miteinander und Gegenüber“ von Bischof und Synode käme zum Ausdruck, dass kirchliches Handeln nicht von „durchsetzbaren Rechtspositionen“ bestimmt sei, sondern „ständig neue Verständigungsprozesse erfordere“. Dr. Dittmann zeigte sich überzeugt: „Dies entspricht der Kultur, die wir in der Kirche pflegen wollen: nicht bloß dem Buchstaben des (Kirchen-)Gesetzes folgend, sondern dem Geist der kirchlichen Ordnung, der sich bereit hält für das Wirken des Heiligen Geistes.“ Der Präses unterstrich, dass die Grundordnung kein Selbstzweck sei, sondern ein brauchbares Werkzeug. Sie lade dazu ein, von ihr „sachgemäßen Gebrauch“ zu machen. Die Grundordnung biete jedem Gemeindeglied die Möglichkeit zur Mitarbeit, Mitbestimmung und Mitgestaltung in den Gemeinden, so dass sich das Priestertum aller Getauften verwirklichen könne: „Dies ist auch 500 Jahre nach dem Beginn der Reformation und 50 Jahre nach dem Inkrafttreten der Grundordnung eine bleibende Aufgabe,“ so der Präses. Und dieser Aufgabe stelle sich die Synode auch auf dieser Herbsttagung.

Landessynode tagt klimaneutral
Die Landessynode verfolgt auch auf ihrer diesjährigen Herbsttagung die Absicht, klimaneutral zu tagen. Um dies zu erreichen, soll die anfallende CO2-Belastung erhoben, bilanziert und eine Ausgleichzahlung in den Kompensationsfonds christlicher Kirchen geleistet werden. Zur CO2-Reduzierung im Vorfeld der Tagung wurde für die An- und Abreise nach Hofgeismar eine Mitfahrbörse eingerichtet, über die Fahrgemeinschaften gebildet werden konnten.
Die vorangegangene Frühjahrstagung im April 2017 wurde erstmals als klimaneutrale Veranstaltung durchgeführt. Dazu wurde die dreitägige Tagung mit ihren 130 Teilnehmenden nach ihrer CO2-Wirkung bilanziert. Hierfür wurden die durch An- und Abreise, den Verbrauch an Wärme und Strom, die Verpflegung, Übernachtung und Druckerzeugnisse entstandenen Klimagase ermittelt. Diese ergaben im Ergebnis eine Summe von 17,47 Tonnen CO2 - Äquivalenten. Zum Ausgleich wurde in den Kompensationsfonds christlicher Kirchen ein Betrag in Höhe von 401,79 Euro gezahlt.

*

Stichwort: „Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck“

Gebiet der Landeskirche
Der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gehören rund 830.000 Menschen an. Das Gebiet der Landeskirche erstreckt sich von Bad Karlshafen im Norden bis zum Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim im Süden, vom Waldecker Upland im Westen bis zum im Freistaat Thüringen gelegenen Kirchenkreis Schmalkalden.

Aufgaben und Kompetenzen der Landessynode
Die Landessynode besitzt herausragende Kompetenzen: Sie hat in allen kirchlichen Fragen die letzte Entscheidung. Die geistliche und rechtliche Leitung der Landeskirche teilt sie mit dem Bischof, den Pröpsten, dem Rat der Landeskirche und dem Landeskirchenamt. Alle anderen Leitungsorgane sind der Landessynode verantwortlich. Die Synode wählt den Bischof und entsendet aus ihrer Mitte den Rat der Landeskirche. Sie erlässt Gesetze, verabschiedet den Haushalt. Sie schafft so die Grundlagen für das rechtliche Leben der Landeskirche.

Zusammensetzung der Landessynode
87 Mitglieder gehören der Landessynode an; dabei sind die Nicht-Theologen in der Mehrheit. Das Gros der Mitglieder wird direkt von den Synoden der Kirchenkreise für sechs Jahre ge-wählt. Hinzu kommen von Amts wegen der Bischof sowie seine Stellvertreter, der Vizepräsi-dent (juristischer Stellvertreter) und die Prälatin (theologische Stellvertreterin), die Pröpstinnen und Pröpste der vier Sprengel sowie die Direktoren des Evangelischen Predigerseminars und der Evangelischen Akademie. Der Rat der Landeskirche beruft zwölf weitere Mitglieder der Landessynode, von denen mindestens acht Laien sein müssen. Bei deren Berufung sollen laut Grundordnung „die für den Dienst der Kirche in der Welt wichtigen Kräfte“ vertreten sein.

Informationen zur 13. Landessynode
Die Landessynode tagt in der Regel zweimal im Jahr: im Frühjahr und in der Woche vor dem 1. Advent. Ihre Sitzungen werden durch den Präses oder seine Stellvertreterinnen und Stellvertreter geleitet. Seit Frühjahr 2016 ist die 13. Landessynode im Amt. Ihre Amtszeit endet im Frühjahr 2022. Präses ist der emeritierte Vorsitzende Richter am Hessischen Verwaltungsgerichtshof, Kirchenrat Dr. Thomas Dittmann (Kassel), Erste Beisitzerin die Dekanin des Kirchenkreises Hanau, Claudia Brinkmann-Weiß, Zweiter Beisitzer Pfarrer Dr. Volker Mantey, Kirchengemeinde Spangenberg (Melsungen).

Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck
- Pfarrerin Petra Schwermann -
Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit
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Telefon: (05 61) 93 78-2 72; Mitarbeiterin: Frau Bremer -3 96
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