Sprengel Hanau - Europa ist ein Kontinent der Vielfalt

Mottolied

Die Gespräche zur Vorbereitung der Feierlichkeiten waren so kreativ, dass dabei auch ein Lied entstanden ist, das am 16. September auf dem Marktplatz gesungen wird, aber gerne auch schon vorher gesungen werden darf. Hier finden Sie das Material dazu:

Lied anhören (Produktion: Jochen Engel)

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Tageslosung

Was verborgen ist, ist des HERRN, unseres Gottes; was aber offenbart ist, das gilt uns und unsern Kindern ewiglich.
Die Samaritaner sprachen zu der Frau: Nun glauben wir nicht mehr um deiner Rede willen; denn wir haben selber gehört und erkannt: Dieser ist wahrlich der Welt Heiland.
Nachbericht:
Europa ist ein Kontinent der Vielfalt
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Text und Bilder: Steffen Merle
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„gemeinsam in Vielfalt glauben“ ist das Motto der Jubiläumsfeierlichkeiten zur Hanauer Union. Der Begriff der Vielfalt wurde in der Marienkirche von Bischof Dr. Michael Bünker mit einem weiten europäischen Horizont hinterlegt.

In seinem Vortrag am 15. Mai 2018 in der Marienkirche Hanau ging der Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), Bischof Prof. Dr. Michael Bünker (Wien), auf die zwei alternative Grundmodelle für eine europäischen Idee ein: Während Johann Gottfried Herder für eine Vielfalt der Kulturen plädierte, beschwörte Friedrich von Hardenberg (Novalis) das Ideal zur Rückkehr zur mittelalterlichen Einheitskultur unter dem Stichwort des „christlichen Abendlandes“.

Eine Einheitskultur habe es in Europa nie gegeben, stellt Bischof Bünker fest. Nicht einmal die lateinische Schrift habe sich in ganz Europa durchgesetzt. Vielmehr ist Europa ein Kontinent der Vielfalt und der vielfachen Minderheiten: Wer „zwei Schritte aus seinem gewohnten Umfeld heraustritt“ findet sich meistens schon im Kontext einer Minderheitensituation wieder. Die Evangelische Kirche in Europa ist selbst mit rund 12% - gemessen an der Gesamtbevölkerung Europas – in einer Minderheitensituation. Die Hälfte dieser 12% evangelischer Christen lebt in Deutschland, was die besondere Bedeutung und Verantwortung der EKD dokumentiere.

Das gilt nach Meinung Bünkers auch und vor allem für Themen wie Versöhnung, Minderheitenschutz („Theologie der Diaspora“) und die Herausforderung des Rechtspopulismus. Angesichts dieser Herausforderungen soll die Evangelische Kirche in Europa ihren Auftrag dadurch erfüllen, offene Räume für Diskurse anzubieten und Brückenbauerin zu sein.

In einer gut besuchten Abendveranstaltung stellte sich Bischof. Dr. Bünker im Anschluss den Fragen der Zuhörer. Ob es „Grenzen der Vielfalt“ (limits of diversity) gibt wurde ebenso lebhaft diskutiert wie z.B. die Frage, welche Rolle eine Minderheitenkirche in Europa in Zukunft haben könne.Bischof Dr. Bünker würdigte abschließend die Hanauer Union als Meilenstein auf dem Weg zur Leuenberger Konkordie von 1973, die zum Modell der „Einheit in versöhnter Verschiedenheit“ werden sollte.

 

Referent:
Michael Bünker, Dr. theol., geboren 1954.
Seit 2007 Generalsekretär der „Gemeinschaft
Evangelischer Kirchen in Europa (GEKER)“,
seit 2008 Bischof der Evangelischen Kirche
A.B. in Österreich.